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„Wir müssen aufs digitale Pferd setzen, damit wir schneller sind als die anderen.“

BW-Bank Kunde im Interview  

„Wir müssen aufs digitale Pferd setzen, damit wir schneller sind als die anderen.“

BW-Bank Kunde im Interview  

Kleine und mittelständische Unternehmen können auch von der Digitalisierung profitieren. Im Interview erzählt Unternehmer Thomas Schranzhofer, wie seine Erfahrungen aussehen.

„Wir sind viel flexibler.“Als BW-Bank stellen wir den Arbeitsalltag unserer Kunden in den Mittelpunkt. Dafür führen wir immer wieder Gespräche, um herauszufinden, wo es Probleme und Chancen gibt. Zum Beispiel in der Digitalisierung von Unternehmen. Richtig angepackt, kann das Thema den Geschäftsalltag positiv verändern. Das hat auch Thomas Schranzhofer erlebt. Auf dem Mittelstandsforum am 25.07.2019 in Stuttgart sprach Sibylle Skoko mit ihm über die Möglichkeiten und Chancen von digitalen Prozessen für seine Firma.

Thomas Schranzhofer führt das Unternehmen CT Systemtrennwände KG in Weinstadt, das er 2015 in den eigenen vier Wänden gründete. Zwei Jahre später zog er in ein größeres Büro. Nach anfänglicher Skepsis hat er die Vorteile der Digitalisierung für sich entdeckt. Denn dadurch ist sein Unternehmen schnell gewachsen, heute arbeiten acht Monteure für ihn.

Sibylle Skoko arbeitet im Business Development Team für Geschäftskunden und Freie Berufe der BW-Bank. Sie beschäftigt sich unter anderem mit der Digitalisierung und meint: „Mir ist es wichtig, dass wir unseren Kunden bei diesem sehr wichtigen und herausfordernden Thema Unterstützung anbieten.“

Wie haben Sie das Thema Digitalisierung in Ihrem Unternehmen angepackt?

Schranzhofer: Unsere Kunden finden uns entweder über das Internet oder über eine Empfehlung. Irgendwann hat uns jemand angerufen und angeboten, dass wir bei Suchanfragen in Google oben erscheinen. Aber das Versprechen wurde nicht gehalten. Also haben wir erst mal 500 EUR Lehrgeld bezahlt. Trotzdem haben wir später eine neue Homepage anlegen lassen. Und mithilfe einer eigenen App für unsere Kunden und Mitarbeiter konnten wir unser Projektmanagement verbessern. Dadurch sparen wir jetzt Zeit bei der Auftragsbearbeitung. Denn Fehlerquellen werden durch das neue System reduziert, und wir können schneller reagieren. So werden unsere Aufmaßdaten direkt vor Ort beim Kunden in die App eingetragen und dann digital an unser Zeichenprogramm überspielt. Nach Fertigstellung gehen die Daten direkt an den Hersteller unserer Produkte. Mit Stolz kann ich sagen, dass wir eins von drei Unternehmen weltweit sind, die eine Pack-and-Go-Datei mit einer Datengenauigkeit von 99 Prozent abliefern. Das restliche Prozent entsteht durch kleinere Softwarefehler.

Trotz Lehrgelds haben Sie Ihr Unternehmen neu aufgestellt. Wie sind Sie dabei vorgegangen? 

Schranzhofer: Einer meiner Brüder kennt sich in Sachen Digitalisierung sehr gut aus. Er hat uns viele Tipps gegeben. Natürlich war es am Anfang ein steiniger Weg, weil die EDV nicht funktioniert hat, die Daten nicht stimmten oder ein neues Update alles durcheinanderbrachte. Wenn man aber an dem Punkt ist, ab dem die EDV die Prozesse sinnvoll unterstützt, merkt man, wie viele Vorteile es bringt, in den Bereich zu investieren. Wir haben außerdem externe Partner ins Boot geholt, die uns bei der IT unterstützen. Durch den Besuch bei unseren Kunden bekomme ich auch viele Einblicke in andere Unternehmen. Ich bin sehr wissbegierig und praktiziere Learning by Doing. Wenn ich etwas sehe, versuche ich, das Beste für uns zu übernehmen. Wir im Handwerk oder Mittelstand müssen uns in gewissen Dingen an den Standards der Industrie 4.0 orientieren, denn das ist in Zukunft das Maß der Dinge – auch für den kleinen Unternehmer. Wir müssen aufs digitale Pferd setzen, damit wir schneller sind als die anderen.

Was hat sich dadurch noch verbessert?

Schranzhofer: Wir sind jetzt viel flexibler. Erst mussten sich meine Frau und ich aber dem Thema öffnen und unsere Mitarbeiter auf diesem Weg mitnehmen. Das kostet natürlich Zeit und Geld. Aber wenn ich heute spontan über ein langes Wochenende an den Gardasee will, packen wir einfach Laptop und Smartphone ein. Wir können so von überall arbeiten – das ist ein großes Stück Freiheit. Zudem lässt sich das Auftragsvolumen nur durch die Digitalisierung so effizient meistern. Aber es gibt natürlich auch die andere Seite: Als wir vor einigen Wochen in der Firma einen Stromausfall hatten, konnten wir nichts mehr machen. Und natürlich darf man nicht vergessen, das Handy ab und zu auch mal zur Seite zu legen, um beispielsweise eine Fahrradtour in Ruhe zu genießen.

Geben Sie anderen Unternehmern auch Tipps, wie sie ihre Firmen besser aufstellen?

Schranzhofer: Man unterhält sich darüber, aber es muss dafür schon eine grundsätzliche Offenheit gegenüber dem Thema geben. Digitalisierung ist für mich eine Maschine. Und für andere Unternehmer, gerade wenn sie nicht zu den Digital Natives gehören, ist es schwierig, Verantwortung an eine Maschine abzugeben. Aber man muss mit der Zeit gehen und sich darauf einlassen. Am Ende zählt das Ergebnis, und man bekommt mehr Zeit, um zum Beispiel neue Märkte zu erschließen und weitere Kunden zu gewinnen.

Machen aus Ihrer Sicht Unternehmen genug im Bereich Digitalisierung?

Schranzhofer: Bisher leider noch nicht.

Gibt es viele Hindernisse oder sind es oft Ausreden, wenn ein Unternehmen sich nicht mit dem Thema Digitalisierung auseinandersetzt?

Schranzhofer: Das sind eher Ausreden. Doch es ist eben nicht so leicht, wenn man niemanden in der Familie oder im Bekanntenkreis kennt, der einen bei dem Vorhaben unterstützt. Dann brauchen Unternehmer externe Hilfe und das ist aufwendiger. Denn bei der Fülle von Informationen und Kontakten kann man oft nicht einschätzen, was verlässliche Informationen sind und welchem Partner man vertrauen kann.

Sollte solch eine Unterstützung zum Angebot einer Bank dazugehören?

Schranzhofer: Nein, das gehört aus meiner Sicht nicht dazu, aber es ist eine gute Idee.

Herr Schranzhofer, wie finden Sie es, dass die BW-Bank über ihre Partner einen Digitalisierungscheck anbietet?

Schranzhofer: Ich finde das sehr gut, immerhin ist die Bank einer der wichtigsten Geschäftspartner. Hier braucht es gegenseitiges Vertrauen. Wenn das nicht funktioniert, ist alles andere eher schwierig.

Testen Sie jetzt den Grad Ihrer Digitalisierung und entdecken Sie ungenutzte Chancen. Gehen Sie dazu gerne auf Ihren Berater zu oder nutzen Sie das Kontaktformular.

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