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Wie die Deutschen heute vorsorgen

Die gesetzliche Rente allein reicht künftig für immer weniger Menschen aus, um ihren gewohnten Lebensstandard im Alter zu sichern. Das ist nicht neu. Doch welche Alternativen gibt es und wie werden sie von den Deutschen angenommen?

Es gab mal eine Zeit, da war alles ganz einfach, zumindest in puncto Altersvorsorge: Wer erwerbstätig war und in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlte, konnte sich auf einen Lebensabend mit nicht allzu großen finanziellen Abstrichen einstellen. Für ein nettes Extra sorgte dann gegebenenfalls noch eine Lebensversicherung oder das Ersparte.  

Sicher ist: Die gesetzliche Rente sinkt

Doch diese Zeit ist längst vorbei. Denn die Zahlungen aus der Rentenkasse fallen für zukünftige Ruheständler immer geringer aus. Damit schrumpft auch der Anteil, den die gesetz­liche Rente zu einem finanziell auskömm­lichen Ruhestand beitragen kann. Der Grund dafür ist vor allem der demografische Wandel. Kurz gefasst: Die Deutschen leben immer länger und bekommen seit dem Ende des Babybooms der 1960er-Jahre nur noch vergleichs­weise wenige Kinder. Die Folge: Kommen derzeit noch auf jeden Rentner drei Bundesbürger im erwerbsfähigen Alter, so werden es aktuellen Prognosen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln zufolge schon 2030 nur noch zwei sein. Immer weniger Beitragszahler müssen also für immer mehr Rentenempfänger aufkommen. Ob Deutschlands Einwohnerzahl in den kommenden Jahrzehnten schrumpfen wird, ist nach der verstärkten Zuwan­derung der vergangenen Jahre zwar wieder offen und auch die Geburtenrate zog zuletzt wieder etwas an; Prognosen gehen dennoch davon aus, dass 2060 jeder Dritte mindestens 65 Jahre alt sein wird.

Die Folge für zukünftige Rentner: Sie müssen sich auf sinkende Renten und einen späteren abschlags­freien Renten­eintritt einstellen. Unter Experten ist bereits die Rede von der Rente mit 70 – auch wenn diese politisch derzeit nicht gewollt scheint. Das bedeutet auch: Wer heute als Erwerbstätiger auf einen finanziell sorgenfreien Ruhestand setzen und nicht bis ins hohe Alter arbeiten möchte, darf sich nicht allein auf die gesetzliche Rente verlassen, er muss auch auf die beiden anderen Säulen des deutschen Vorsorgemodells setzen: die betriebliche und die private Alters­vorsorge.

Die drei Säulen der deutschen Altersvorsorge

Wie es aktuell um das Drei-Säulen-Modell der Altersvorsorge in Deutschland bestellt ist, zeigt unser Kurzüberblick.

1. Säule: die gesetzliche Rentenversicherung

Die gesetzliche Rente ist für die meisten Deutschen weiterhin die wichtigste Form der Altersvorsorge. Sie basiert auf dem sogenannten Umlage­verfahren. Das heißt, die eingezahlten Beiträge werden nicht für den jeweiligen Beitragszahler angespart, sondern fließen in den großen Topf der Rentenkasse, aus dem die aktuellen Renten ausgezahlt werden. Damit die insgesamt sinkenden Beitragszahlungen in Zukunft für den steigenden Anteil der Rentenempfänger ausreichen, wurden vonseiten der Bundes­regierung bereits zahlreiche Rentenreformen durchgeführt, etwa die stufenweise Anhebung des Renten­eintrittsalters auf 67 Jahre und volle Steuern auf Renten ab 2040. Außerdem wurde beschlossen, das Altersrenten­niveau von zuletzt 47,9 Prozent (Stand 2016) bis 2030 auf 43 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns zu senken. Experten gehen davon aus, dass die gesetzliche Altersrente allein künftig für immer weniger Menschen zur finanziellen Sicherung ihres Lebens­abends ausreichen wird.

2. Säule: die betriebliche Altersversorgung

Seit 2002 hat jeder Arbeitnehmer das gesetzlich verbriefte Recht auf eine betriebliche Alters­versorgung (bAV). Knapp 60 Prozent der sozial­versicherungs­pflichtig Beschäftigten haben bereits entsprechende Vorsorgeverträge abge­schlossen. Arbeitnehmer können aus ihrem Bruttolohn steuer- und sozial­versicherungs­frei in die bAV einzahlen. Viele Arbeitgeber gewähren dafür freiwillig einen Zuschuss. Ein weiterer Vorteil der bAV: Da die Beiträge aus dem Bruttolohn gezahlt werden, reduziert sich das zu versteuernde Einkommen – und damit auch die Lohnsteuer und die Sozial­versicher­ungs­beiträge.

Ein Beispiel: Werden 200 Euro brutto in die bAV eingezahlt, hat der Arbeit­nehmer unterm Strich netto nur knapp 100 Euro weniger im Portemonnaie.

3. Säule: die private Altersvorsorge

Selbst wenn die betriebliche Altersversorgung genutzt werden kann, bleibt häufig eine individuelle Ver­sorgungs­lücke. Diese kann nur durch private Altersvorsorge geschlossen werden. Dafür gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, zuvorderst die vom Staat geförderten Vorsorgealternativen Riester-Rente und Rürup-Rente (für Selbst­ständige). Nach jüngsten Berechnungen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales gibt es in Deutschland aktuell (Stand 06/2017) über 16,5 Mio. Riester-Verträge. Der Staat fördert diese Anlage­form pro Jahr mit rund 3 Milliarden Euro Zulagen.

Hinzu kommen klassische Formen der Kapitalanlage, zum Beispiel festver­zinsliche Wertpapiere und Aktien sowie Kapitallebens- beziehungsweise Renten­versicherungen oder fonds­gebundene Lebens­versicherungen. Nicht zuletzt können Immobilien eine sinnvolle Form der Altersvorsorge darstellen, da sie mietfreies Wohnen im Alter ermög­lichen und als inflationsgeschützter Sachwert eine Kapital­reserve darstellen können.

Rentenberatung ist Pflicht

Wer sich heute auf einen finanziell gesicherten Lebensabend verlassen möchte, sollte sich am besten auf alle drei Säulen der Altersvorsorge stützen. Nur so lässt sich ein stabiles finan­zielles Fundament fürs Alter legen. Wie dabei die Gewichtung aussehen sollte, hängt maß­geblich von der aktuellen finanziellen Situation und den individuellen Wünschen für die Zukunft ab. Laut einer aktuellen Studie unter Federführung des Vereins Deutsche Renten Information und der Frankfurter Goethe-Universität können 70 Prozent der Befragten ihre Gesamtrente nicht einschätzen. Vor der Auswahl geeigneter Alters­vorsorge­produkte sollte deshalb immer eine ausführliche Beratung stehen. Die gibt es bei der Renten­beratung der Deutschen Rentenversicherung und bei der BW-Bank.

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