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Nachhaltigkeit ist die Zukunft

Thomas Rosenfeld, Vorstand der BW-Bank

Nachhaltigkeit ist die Zukunft

Thomas Rosenfeld, Vorstand der BW-Bank

Erfahren Sie im Interview mehr über Renditechancen und die Möglichkeiten zur Risikominderung im Portfolio durch nachhaltige Geldanlagen

Voll im Trend: nachhaltige Investments

Nachhaltige Anlageprodukte bilden einen Schwerpunkt im Angebot der BW-Bank für private und institutionelle Anleger. Zu Recht, wie sich jüngst vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie erneut gezeigt hat. Thomas Rosenfeld erläutert, warum sich nachhaltiges Investieren nicht nur in Krisenzeiten bezahlt machen kann und wie Anleger das zu ihnen passende nachhaltige Investment finden.

Nachhaltige Aktienfonds erweisen sich in Krisenzeiten immer wieder als vergleichsweise widerstandsfähig. Das zeigte sich jüngst auch in der Coronavirus-Krise. Woran liegt das?

Nachhaltigkeitskriterien bei der Portfoliozusammenstellung zu berücksichtigen, gilt unter Anlageexperten schon länger als wirksames Element zur Risikominderung. Dass sich nachhaltige Geldanlagen diesbezüglich insbesondere in Krisenzeiten bezahlt machen können, hat sich bei dem corona- beziehungsweise lockdownbedingten Kurseinbruch im ersten Quartal 2020 erneut gezeigt. Einer Analyse der Rating- und Analyseagentur Scope zufolge verloren alle nachhaltigen Aktienfondskategorien durchschnittlich deutlich weniger an Wert als ihre konventionellen Pendants. Die Gründe dafür sind insbesondere struktureller Art: Nachhaltige Aktienfonds sind weniger in zyklische, also konjunkturabhängige Branchen wie Energie, Rohstoffe oder Industrie investiert, die in der Krise besonders hohe Einbußen verzeichneten, sondern eher in nichtzyklische Sektoren wie Gesundheit, IT oder Basiskonsumgüter, deren Verluste vergleichsweise gering waren. Immer mehr Anleger haben das im Blick: Der deutsche Fondsverband BVI vermeldete für das erste Quartal 2020 einen Kapitalzufluss in nachhaltige Publikumsfonds von 3,4 Milliarden Euro, während aus anderen Publikumsfonds netto 17,3 Milliarden Euro abflossen.

Was macht ein Investment zu einer nachhaltigen Geldanlage?

Die grundsätzlichen Aspekte, unter denen ein Investment als nachhaltig eingestuft wird, beziehen sich auf den Umweltschutz, die soziale Verantwortung und die Unternehmensführung oder – etwa bei Staatsanleihen – das Regieren. Nach den englischen Begriffen Environment, Social und Governance spricht man deshalb auch von ESG-Anlagen. Die tatsächlichen Kriterien, nach denen zum Beispiel ein nachhaltiger Investmentfonds zusammengesetzt wird, variieren allerdings recht stark. Die Bandbreite reicht von Ausschlusskriterien – zum Beispiel dem Verzicht auf Öl- und Gas- oder Atomkraftunternehmen –, dem Best-in-Class-Ansatz, bei dem es nur die unter Nachhaltigkeitsaspekten besten Unternehmen einer Branche in den Fonds schaffen, über Positiv-Screenings, die ausschließlich Branchen berücksichtigen, die nachhaltige Produkte produzieren, bis hin zu normenbasierten Screenings. Letztere orientieren sich an institutionellen Vorgaben wie den 17 UN-Nachhaltigkeitszielen, den Sustainable Development Goals, kurz SDG. Natürlich lassen sich die Kriterien auch kombinieren.

Bei dieser Vielfalt: Wie erkenne ich als Anleger, ob eine Anlage wirklich nachhaltig ist – und auch ansonsten zu mir passt?

Bei der Auswahl nachhaltiger Geldanlagen helfen zum Beispiel die ESG-Ratings spezialisierter Nachhaltigkeits-Ratingagenturen und entsprechende Nachhaltigkeitssiegel. Letztlich muss aber jeder Anleger für sich selbst entscheiden, welche Nachhaltigkeitsaspekte ihm am wichtigsten sind. Will ich zum Beispiel den Kampf gegen den Klimawandel voranbringen, investiere ich eher nicht nach dem Best-in-Class-Prinzip, sondern gezielt in innovative Unternehmen aus den Bereichen erneuerbare Energien oder alternative Antriebe. Um hier die passende Lösung zu finden, empfehlen wir unseren Kunden immer eine ausführliche persönliche Beratung durch unsere Anlageexperten. Dabei kommen natürlich auch die klassischen Faktoren Rendite und Risiko nicht zu kurz. Übrigens wird die Integration von Nachhaltigkeitsthemen in die Anlageberatung voraussichtlich ab dem Frühjahr 2021 EU-weit verpflichtend.

Stichwort Rendite …

Hier brauchen sich nachhaltige Geldanlagen nicht hinter klassischen Investments zu verstecken. Das gilt nicht nur in Krisenzeiten. Ein Beispiel: Der MSCI World Socially Responsible Index (SRI) konnte seit dem Start seiner Berechnung 2008 seinen nicht nach ESG-Kriterien zusammengestellten großen Bruder MSCI World in fast allen Börsenphasen regelmäßig schlagen. Nachhaltigkeit ist in der Wirtschaft eines der großen Zukunftsthemen. Rund 90 Prozent der Unternehmen in Deutschland gehen laut einer aktuellen Studie der LBBW und des Fachmagazins FINANCE davon aus, dass ihr Stellenwert bis 2025 deutlich steigen wird. Es ist mittlerweile auch politischer Wille, Unternehmen mit nachhaltiger Ausrichtung zu fördern. Wir sehen das unter anderem beim EU-Aktionsplan für ein nachhaltiges Finanzsystem, dem Green Deal der EU, aber auch beim jüngsten Konjunkturprogramm der Bundesregierung, in dessen Rahmen zum Beispiel eine allgemeine Kaufprämie für Autos abgelehnt, die Umweltprämie für Elektrofahrzeuge hingegen angehoben wurde. All das sind Aspekte, die dazu beitragen können, dass die Risiken bei nachhaltigen Geldanlagen geringer ausfallen und sich im besten Fall sogar ein Renditevorteil ergibt.

Warum gibt es dann überhaupt noch herkömmliche Geldanlagen?

Deutschland steht in Sachen nachhaltiger Geldanlage gerade erst am Anfang. Der Anteil entsprechend ausgerichteter Fonds und Mandate lag 2019 bei nur 5,4 Prozent des Gesamtfondsmarktes – aber der Trend verstetigt sich. Alle Beteiligten müssen jetzt an einem Strang ziehen: die Unternehmen, indem sie noch nachhaltiger agieren, die Politik, indem sie den gesetzlichen Rahmen vorgibt, die Finanzdienstleister mit passenden transparenten Anlageprodukten – und nicht zuletzt die Bürger, die als Konsumenten und Anleger Einfluss nehmen können. Hier bewegt sich schon einiges: Die Privatinvestitionen in nachhaltige Fonds und Mandate haben sich 2019 in Deutschland gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt, von 9,4 auf 18,3 Milliarden Euro – diese Entwicklung dürfte sich fortsetzen. Nicht zuletzt durch die Coronavirus-Pandemie hat sich der Wunsch nach verantwortungsbewussterem Handeln bei vielen nochmals verstärkt, wie verschiedene Umfragen zeigen.

Wie unterstützt die BW-Bank ihre Kunden bei der nachhaltigen Geldanlage?

Wir sind sowohl bei der BW-Bank als auch im LBBW-Konzern schon seit Langem sehr gut aufgestellt, so haben wir beispielsweise im vergangenen Jahr als erste deutsche Universalbank die Principles for Responsible Banking (PRB) unterzeichnet. Und wir lassen nicht nach: Im Juni hat die LBBW mit 15 anderen Akteuren des deutschen Finanzsektors eine Selbstverpflichtung unterschrieben, ihre Kredit- und Investmentportfolios an den Zielen des Pariser Klimaabkommens auszurichten. In der BW-Bank bieten wir unseren Kunden vielfältige Möglichkeiten, nachhaltig zu investieren, zum Beispiel mit einem eigenen Angebot nachhaltiger Fonds wie dem LBBW Global Warming, der in Unternehmen mit Lösungen zum Klimaschutz investiert. Ein anderes Beispiel ist der VV-Strategie Wertstrategie 50 Hier sortieren unsere Fondsmanager im ersten Schritt alle Unternehmen mit nicht nachhaltigen Geschäftsfeldern aus. Im zweiten Schritt gleichen wir mithilfe von Nachhaltigkeitsratings die verbleibenden Unternehmen in Bezug zu ihrem Beitrag zu den UN-Nachhaltigkeitszielen ab. So entsteht eine Positivliste von Unternehmen, die in Sachen Nachhaltigkeit wirklich etwas verändern. Direkt etwas bewirken lässt sich auch mit unseren Alternativen Sachwertinvestments in zum Beispiel Windkraft- und Photovoltaikanlagen. Nachhaltigkeit spielt für uns aber nicht nur bei unseren Produkten eine wichtige Rolle. Obwohl wir als Bank nicht zu den Branchen mit einem hohen CO2-Ausstoß gehören, nehmen wir dieses Thema auch in unserem Unternehmen sehr ernst, etwa bei der Mobilität unserer Mitarbeiter oder beim Heizenergieverbrauch. Dafür haben wir 15 Ziele und eine Vielzahl von Maßnahmen definiert, um diese zu erreichen. Auch für uns als Bank heißt es: Nachhaltigkeit ist die Zukunft.

 

Verstehen – und handeln.

Nachhaltigkeit in der Baden-Württembergischen Bank. Lesen Sie mehr in unserer Nachhaltigkeitsbroschüre.

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